Rindersteak richtig braten – So gelingt die Zubereitung

28. Juni 2013

Sie kennen das sicher. Beim Einkaufen entdeckt man ein leckeres Stück Rindfleisch und möchte es am liebsten gleich mitnehmen, meist lässt man es aber dann doch sein, weil man nicht weiß wie man das Fleisch richtig zubereiten soll. In diesem Artikel erfahren Sie daher alles was man zum Braten eines Rindersteaks wissen muss.

  • Zu Beginn zeigen wir Ihnen, welche verschiedenen Fleischstücke sich neben Filet und Roastbeef ebenfalls zur Zubereitung eines Rindersteaks eignen.
  • In einer kleinen Warenkunde erfahren Sie welche Dinge den Geschmack des Fleisches beeinflussen und was man alles beachten muss, um beim Kauf eines Rindersteaks die beste Qualität für sein Geld zu erhalten.
  • Anschließend erklären wir Ihnen in einer detaillierten Schritt für Schritt Anleitung die richtige Zubereitung. Wahlweise erfolgt diese nur in der Pfanne oder in Kombination von Pfanne und Backofen.

Bei welchen Fleischstücken spricht man von Rindersteak?

Wenn man von einem Rindersteak spricht, meint man meist kein bestimmtes Fleischstück eines Rindes. Es handelt sich einfach um ein Stück Fleisch, das scharf angebraten wird und so eine schöne dunkle Kruste bekommt. Die einen denken dabei an das Rinderfilet, das oft im Restaurant auf dem Teller landet, anderen wiederum schmeckt nur das T-Bone Steak.

Neben den beiden genannten Fleischstücken (auch Schnitte genannt) gibt es noch viele weitere Stücke, die sich zum Braten eignen. Alle Schnitte unterscheiden sich aber im Geschmack, in der Fleischstruktur und natürlich auch im Preis.

In folgender Grafik sehen Sie die verschiedenen Schnitte, die sich zum Zubereiten eines Rindersteaks eignen.

Rindersteak Schnitte

Rinderfilet (#1):

Es ist das zarteste Fleischstück. Selbst wenn die gesamte Fleischqualität nicht sehr gut ist, so gelingt das Filet dennoch. Da das Filet, wie man auf der Grafik sieht, am Rücken liegt, wird dieser Muskel vom Rind kaum beansprucht. Die Fasern des Filets sind daher sehr fein was der Grund für den zarten Geschmack des Rindersteaks ist.

Wegen der geringen Anzahl an Fettäderchen, schmeckt das Rinderfilet im Vergleich zu anderen Schnitten nicht so intensiv nach Fleisch. Außerdem besteht die Gefahr, dass es beim Braten zu trocken wird. Denn beim Braten schmilzt das Fett und bewahrt so das Steak vor dem Austrocknen.

Zur Zubereitung wird das Fleisch in kleine Medaillons geschnitten, die zwischen 100g und 250g wiegen.

Da das Filet so beliebt für die Zubereitung von Steaks ist, und das Rind relativ wenig von diesem Fleisch „liefert“, hat es auch einen gewissen Preis. In Metzgereien kostet es zwischen 25€ und 60€ pro Kilogramm.

Roastbeef oder Lende (#2):

Dieses Rindersteak ist das einzige Stück, das es in Sachen Zartheit mit dem Filet aufnehmen könnte. Der Fleischgeschmack ist etwas stärker als im Vergleich zum Filet. Charakteristisch ist die dicke und etwas harte Fettschicht auf einer der Seiten, welche beim Braten „abschmilzt“ und für den saftigen Geschmack sorgt.

Der vordere Teil wird hohes Roastbeef der hintere Teil wird flaches Roastbeef genannt. Beim hinteren Teil wird auch oft von Lende gesprochen.

Hier liegt der Preis bei ca. 20€. Wenn man aber besondere Züchtungen wie Herford oder Koberind probieren möchte, muss man sehr tief in die Tasche greifen. Ein oberes Ende des Preises ist hier schwer auszumachen.

T-Bone oder Porterhouse (#1+2):

Den Namen hat das Rindersteak von dem großen T-förmigen Knochen. Dieser unterteilt das Roastbeef vom Filet. Das T-Bone Steak ist also eine Kombination von beiden Stücken. Das Porterhouse wird dabei meist in 600g bis 1000g schwere Stücke geschnitten und auch in einem Stück gebraten.

Manche Quellen unterscheiden auch zwischen T-Bone und Porterhouse Steak. Hier ist das T-Bone dann das Stück, das weiter vorne liegt und das Porterhouse das Stück, das weiter hinten liegt und somit einen größeren Filetanteil hat.

Der Preis liegt für gute Qualität bei ca. 20€ pro Kilogramm. Besondere Fleischsorten sind natürlich wieder viel teurer.

Weitere Steak Schnitte:

Die eben aufgezählten Stücke sind nur ein kleiner Teil, aber wahrscheinlich die wichtigsten, der unzähligen Steakzuschnitte. So gibt es zum Beispiel noch Ribeye, Sirloin oder Entrecôte und viele weitere. Dabei hängt es oft von der jeweiligen Person (Koch, Metzger, Fleischversender) ab, welche Bezeichnung ein Stück Fleisch bekommt. Es kann sogar vorkommen, dass ein und das selbe Stück einmal Ribeye und ein anderes mal Entrecôte genannt wird.

Was muss man beim Steakkauf beachten?

Da Rindersteaks eher zu den teureren Lebensmitteln gehören, möchte man sein Geld natürlich nicht für minderwertige Ware ausgeben. Das Steak muss einerseits gut schmecken und andererseits absolut frisch und unverdorben sein.

Die wichtigsten Faktoren die den Geschmack beeinflussen sind: Rinderrasse, Fütterung, Schlachtalter und Reifeverfahren.

Wie genau sich diese verschiedenen Dinge auf den Geschmack auswirken, können Sie im Artikel Die richtige Fleischwahl für Ihr Rindersteak nachlesen. Hier wird auch beschrieben, wie man gute Fleischqualität vor Ort in der Metzgerei erkennt.

Braten eines Rindersteaks

Nun aber zum praktischen Teil. Der Zubereitung eines leckeren Rindersteaks. Es folgt nun eine Zusammenfassung von unserem Artikel Steak braten – Hilfe bei der richtigen Zubereitung.

Pfanne mit Steak und Öl

Vorbereiten des Rindersteaks:

Wenn das Steak im Kühlschrank gelagert wird oder schockgefrostet im Internet gekauft wurde, sollten Sie es zuvor 24h bei Raumtemperatur auftauen lassen. Dadurch lässt sich übermäßiges Fettspritzen in der Pfanne verhindern. Außerdem sollte man das Rindfleisch kurz unter kaltem fließendem Wasser abwaschen und mit Küchenpapier trocken tupfen.

Der Fettrand sollte nur eingeschnitten, aber nicht entfernt werden, da das Fett dem Steak seine spätere Saftigkeit und den leckeren Geschmack gibt.

Anschließend wird das Fleisch in 2cm bis 3cm dicke Stücke geschnitten. Das ist die ideale Dicke, weil das Rindersteak so beim Braten schön saftig bleibt, aber dafür relativ schnell fertig ist im Vergleich zu größeren z.B. 7cm dicken Stücken, wie man sie manchmal bei Köchen im Fernsehen sieht.

Nun können Sie das Fleisch noch würzen. Achten Sie nur darauf, dass Gewürze wie Pfeffer für hohe Temperaturen geeignet sind. Auch Salzen ist jetzt schon erlaubt. In mehreren Tests konnten wir keinen Unterschied feststellen, ob das Salz den nun dem Steak Wasser entzieht. Es ist also Ihnen überlassen.

Braten des Steaks:

Geben Sie etwas Öl in eine Pfanne. Verwenden Sie nur hocherhitzbare Öle wie Erdnussöl oder Butterschmalz. Wenn die Pfanne heiß genug ist, legen Sie das Rindersteak vorsichtig hinein. Die richtige Temperatur können Sie herausfinden, indem Sie einen nassen Zahnstocher in das Fett heben. Bilden sich kleine Bläschen ist das Fett heiß genug.

Wenn Sie nun so weit sind, stehen Ihnen 2 Möglichkeiten zur Wahl, wie das Steak zubereitet werden soll.

Braten in der Pfanne: Bei dieser Methode wird das Fleisch ca. 1 Minute von beiden Seiten scharf angebraten und anschließend bei mittlerer Herdtemperatur, je nach Dicke, bis zum gewünschten Garzustand weitergebraten. Dabei wird es öfters gewendet, um für optimale Hitzeverteilung im Steak zu sorgen, und um das Verkohlen der Steaks zu verhindern.

Wenn Sie noch nicht so viel Erfahrung beim Steak braten haben, empfiehlt sich diese Methode nicht, weil oft der Herd zu hoch geschalten wird und das Steak so an den Oberflächen verkohlt.

Anbraten in der Pfanne und anschließendes weitergaren im Backofen: Auch hier wird das Fleisch zuerst bei voller Hitze auf beiden Seiten angebraten. Dieses mal aber eher 1,5 Minuten, da das Steak anschließend aus der Pfanne genommen wird und im vorgeheizten Backofen bei 100°C weiter gegart wird.

Folgende Grafik gibt Ihnen Auskunft darüber, wie lange ein Rindersteak mit einer bestimmten Dicke benötigt, um je nach Garmethode einen gewissen Garzustand zu erreichen:

Rindersteak Garzeiten

Ruhen

Glückwunsch, Sie haben so eben selbst ein leckeres Steak zubereitet. Falls die Zubereitung allein in der Pfanne erfolgt ist, wickeln sie das Steak anschließend noch in Alufolie und lassen Sie es im Backofen bei ca. 40°C für ca. 5 Minuten ruhen. In dieser Zeit kann sich der Fleischsaft im Rindersteak gleichmäßig verteilen. Würde man das Fleisch zu früh aufschneiden, würde der Fleischsaft aus dem Steak spritzen. Als Beilage eignen sich Backofenkartoffeln oder Gemüse.

Guten Appetit!